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zu Besuch im Antiquariat: Rebecca Gablé

Normalerweise findet ihr an dieser Stelle kleine Prosatexte, in denen Herr Plana mit seinen Gästen plaudert. Heute ist Rebecca Gablé im Antiquariat zu Gast. Sie hat darum gebeten, die reine Form des Interviews zu verwenden. Herr Plana hat somit heute einen freien Tag …

Frage:
Rebecca Gablé ist Ihr Künstlername. Ein Akzent auf dem E bittet darum, das Pseudonym französisch auszusprechen. Wie entstand der Name und woher kommt der französische Bezug?

Antwort:
Gablé ist der Mädchenname meiner Mutter, die französische Vorfahren hatte, und Rebecca hätte ich beinah geheißen. Ich habe mir das Pseudonym auf Wunsch meines Verlages ausgedacht, weil man meinen bürgerlichen Namen dort zu lang und wenig einprägsam fand. Ich wollte aber einen Künstlernamen, der einen persönlichen Bezug hat.

Frage:
Sie erzählen auf Ihrer Homepage, wie „Das Lächeln der Fortuna“ entstand. Die Geschichte „wucherte“ und entstand auf eine recht organische Art und Weise. Bastei Lübbe erklärte sich bereit, das fertige Manuskript zu veröffentlichen. Allerdings mussten Sie Ihr Werk um sage und schreibe 300 Seiten kürzen. Aus dreihundert Seiten machen andere Autoren ein ganzes Buch. Da müssen doch bestimmt ganze Handlungsstränge amputiert worden sein. Was haben die Leser verpasst?

Antwort:
Eigentlich gar nichts, denn inzwischen gibt ist auch die ungekürzte Fassung im Handel. Es stimmt aber, dass für die ursprüngliche Veröffentlichung ein ganzer Handlungsstrang den Kürzungen zum Opfer gefallen ist. Davon abgesehen wurden viele Szenen gestrafft, Dialoge gekürzt etc. Außerdem habe ich in Absprache mit meiner Lektorin den Schluss umgeschrieben. Das ungekürzte Originalmanuskript war ein Jahrzehnt lang verschollen, und ich war glücklich, als es wieder auftauchte und für die ganz harten Waringham-Fans zugänglich gemacht werden konnte. Aber ganz ehrlich? Die gekürzte Fassung ist das bessere Buch.

Frage:
Historienromane, in denen so viel Recherche steckt, haben wenig mit z.B.  den alten Mantel- und Degenfilmen aus Hollywood bzw. Frankreich gemein. Sagen wir mal, Sie würden sich heute „Die drei Musketiere“ oder „Der Mann mit der eisernen Maske“ anschauen … Wäre die Darstellung  für Sie unfreiwillig komisch?

Antwort:
Die spielen im französischen Barock, nicht im Mittelalter. Vom Barock habe ich keine Ahnung, vom französischen schon mal gar nicht, darum kann ich diese grandiosen Abenteuergeschichten einfach genießen, ganz gleich, wie absurd sie in historischer Hinsicht sein mögen. Schwerer tue ich mich mit Verfilmungen historischer Stoffe, bei denen ich mich auskenne. Wenn in einem Film, der im 12. Jahrhundert spielt, etwa eine Kutsche durchs Bild rollt, bin ich geneigt, das Kino zu verlassen bzw. den DVD-Player anzuhalten. Noch viel schlimmer ist es, wenn historische Ereignisse wissentlich falsch dargestellt werden, weil es den Drehbuchautoren besser in den Kram passt – die erfolgreiche TV-Serie „Die Tudors“ ist dafür ein gutes Beispiel. Da heiratet z.B. die Schwester von Heinrich VIII. den König von Portugal, was niemals passiert ist. So etwas ist unseriös und eine erzählerische Bankrotterklärung.

Frage:
Angefangen haben Sie mit Kriminalromanen. Ein ziemlich weiter Spagat, der allerdings gelungen ist. Könnten Sie sich vorstellen, noch weitere Genres zu bedienen?

Antwort:
Ich hätte da eine Idee für einen Schauerroman.

Frage:
Gleich die erste Veröffentlichung „Jagdfieber“ wurde für den Friedrich-Glauser-Krimipreis nominiert. Die Welle des Erfolgs riss danach nicht ab. Fällt es da nicht schwer, „auf dem Teppich zu bleiben“?

Antwort:
Ich bin sehr dankbar für meinen Erfolg, und mir ist bewusst, dass viele Autorinnen und Autoren ihn niemals haben, obwohl sie ihn mindestens genauso verdient hätten. Aber man muss sich immer klar machen, dass die Unterhaltungsbranche (und dazu gehört der Buchmarkt, ob er nun will oder nicht), unberechenbar ist und der Erfolg auch morgen ganz plötzlich vorbei sein kann. Man sollte ihn also nicht überbewerten – es gibt eine Menge anderer Dinge im Leben, die wichtiger sind.

Frage:
Kleiner Hausbesuch: Wie viel Mittelalter begegnet einem Gast im Hause Gablé? Schwerter an der Wand, Minnesänger im CD-Player und ein gewaltiger offener Kamin?

Antwort:
Mittelalter findet man bei mir nur in den Bücherregalen – hauptsächlich in Form von Fachliteratur. Ich besitze allerdings ein Schwert, das mein verstorbener Verleger Stefan Lübbe mir geschenkt hat. Es ist nicht alt, aber wir haben zusammen einen Tag in einer Schmiede verbracht und zugeschaut, wie es entstand.

 

Frau Gablé, ich bedanke mich für das Interview.

 

 

Zu Besuch im Antiquariat: Richard Dübell

Bibliothek zu BabelNatürlich war es mir schon früh aufgefallen: Beatrice wollte pünktlich Feierabend machen. Sie räumte zeitig auf, wischte zwischen den Füßen der letzten stöbernden Kunden den Boden und zählte bereits eine Stunde vor Ladenschluss das Geld in der Kasse. Ich wäre nicht ich gewesen, wenn ich mir daraus nicht einen Spaß gemacht hätte, sie deshalb mit immer neuen Aufgaben zu behelligen. So schnell hatte sie noch nie Staub gewischt, die Auslage umsortiert und die Deckenlampe poliert. Naja, Letztere hatte sie eigentlich noch nie säubern müssen. Das hatte den Effekt, dass Beatrice begriff, dass ich Schabernack mit ihr trieb. Außerdem war es nun ungemütlich hell im Verkaufsraum. Beatrice klappte die Leiter zusammen, steckte den Lappen in den Putzeimer und schaute mich mit blitzenden Augen an. „Fällt Ihnen noch eine Schikane ein? Oder kann ich jetzt endlich gehen?“
Vorsicht Fräulein! Ich bin der Chef, dachte ich. Obendrein benahm ich mich gerade wie ein ausgemachtes Arschloch, bescheinigte ich mir. „Schikane?“ Ich tat harmlos. Doch dann zwinkerte ich ihr verschmitzt zu. „Wo soll’s denn heute hingehen?“
„Krimidinner. 19.00 Uhr! Ingo lädt mich ein.“
Ah, diese fast noch neumodischen Veranstaltungen mit mörderischen Literaturbezug. Nichts für mich. Ein guter Killer gehörte für mich zwischen die Seiten eines Buches gepresst. Trotzdem griff ich in die Kasse und zog ein paar Scheine heraus. „Hier“, hörte ich mich sagen. „Das Dessert geht auf mich. Grüßen Sie Ihren Mann von mir.“

Als Beatrice gegangen war, griff ich ins Fach unter dem Tresen. Irgendein Buch, das mir am Abend die Einsamkeit vertreiben sollte. Als ich die Buchstaben auf dem Deckel las, zog ich überrascht eine Augenbraue hoch. „Waverley oder ’s ist sechzig Jahre her“ Ein historischer Roman von Sir Walter Scott. Die Originalausgabe, die ich gerade in der Hand hielt, war so alt, dass sie selbst zum Gegenstand eines historischen Romans werden könnte. „Historische Romane“, sagte ich zu den Büchern um mich herum, „wären auch mal ein Thema zum Plaudern.“
Im selben Moment betrat ein Mann mein Antiquariat. Die sportliche Gestalt in Sportsakko, Hemd und Jeans gekleidet, hätte mit diesem ergrauten Ivanhoe-Bart vermutlich ebenso gut in ein mittelalterliches Gewand gepasst. Doch die Bikerstiefel starteten eine andere Assoziationskette in mir.
„Grüß Gott“, sagte er.
Natürlich bemühte ich mich um eine gleichwertige Antwort: „Gott zum Gruße.“ Ich musterte ihn nochmals und entschied mich dann, sein überaus freundliches Lächeln zu erwidern. „Ich tippe mal darauf, dass Sie Schriftsteller sind.“ Auf die spezielle Magie meines Buchlands konnte ich mich doch immer verlassen. „Um genau zu sein, dürften Historienromane Ihre Passion sein.“ Ich deutete auf meine Waverley-Ausgabe. „Wo in meinem Bücherregal finde ich Ihre Werke? In der Nähe von Ken Follet, neben Rebecca Gablé, Noah Gordon oder doch eher bei Alfred de Vigny?“
Mein Gast bemühte sich um ein sauberes Hochdeutsch. Doch er konnte nicht mal im Ansatz seinen niederbayrischen Dialekt abstellen. „Meine Bücher finden Sie vermutlich zwischen Raymond Chandler und Andreas Eschbach, was aber hauptsächlich daran liegt, dass mein Nachname mit D beginnt. Abgesehen davon würde ich mich auch rein schriftstellerisch geehrt fühlen, dort zu stehen, denn Chandler ist eines meiner großen Vorbilder, und Eschbach finde ich als Kollegen sehr sympathisch – ein hervorragender Erzähler am Abendessentisch mit trockenem Humor und dem gleichen Rotweingeschmack…
Ich würde mich aber auch neben Ken Follett wohlfühlen wegen des hohen Tempos in seinen Romanen, neben George MacDonald Fraser wegen seiner Fähigkeit, Historie und Story untrennbar miteinander zu verknüpfen, neben Stephen King wegen seiner lebensnahen Charakter und neben Terry Pratchett wegen seines überschäumenden Humors und der tiefen Menschlichkeit, die in seinen Geschichten aufscheint. An einen der zynisch-sozialkritischen Schmöker von Tom Wolfe würden sich meine Bücher auch gern mal ankuscheln.“
Das waren allerhand Hinweise. Ich sortierte sie geistig. Ein Autor aus Bayern mit einem D am Anfang … Eschenbach … Chandler … Dann kombinierte ich und wagte einen Schuss ins Blaue: „<a href=“http://www.duebell.de/“>Richard Dübell</a>? Sie sind Richard Dübell?“ Ein Nicken als Antwort. Also streckte ich ihm die Hand und neigte anerkennend mein Haupt. „‚Der Tuchhändler‘, ‚Die Teufelsbibel‘, ‚Der Jahrhundertsturm‘ und noch einige andere Bücher sind mir in angenehmer Erinnerung. Ich hätte gedacht, dass Sie älter si-“ ich unterbrach mich selbst und korrigierte dann die Richtung, in die das Gespräch gehen sollte. „Was steht für Sie denn an erster Stelle? Der Unterhaltungswert? Oder sind Sie ein großer Erklärer vergangener Zeiten? Sehen Sie einen Lehrauftrag im historischen Roman?“
Dübell verschränkte die Arme hinter dem Rücken und begann damit ein Wenig auf und ab zu gehen. „Für mich gibt es da keine Priorität. In einem historischen Roman müssen vier Dinge unbedingt eine Einheit bilden: die Epoche, der Ort der Handlung, die Story und die Charaktere. Ich halte es für falsch, eine x-beliebige Geschichte nur deshalb zum Beispiel ins Mittelalter zu versetzen, weil das Mittelalter gerade in ist. Oder mit Charakteren zu arbeiten, deren persönliche Entwicklung gegen jede historische Wahrscheinlichkeit geht, oder tatsächlich historische Persönlichkeiten ihres Wiedererkennungswertes agieren zu lassen, sich dann aber nicht die Mühe zu machen, sie so ‚echt‘ wie möglich zu gestalten. Oder – wenn man sich als historischer Autor einen schönen Handlungsort wie zum Beispiel Venedig aussucht, dann eine Geschichte zu erzählen, die auch überall anders hätte spielen können. Ich gebe mir immer die größte Mühe, alles so miteinander zu verweben, dass eine organisch wirkende Einheit daraus entsteht. Nur dann habe ich das Gefühl, meine Leserinnen und Leser nicht betrogen zu haben.
Daher sehe ich auch den Unterhaltungswert und den zweifellos vorhandenen Lehrauftrag des historischen Romans auf gleicher Höhe. Ich weiß, dass der Markt speziell den pädagogischen Wert nicht immer so ernst nimmt, sonst würden nicht zuweilen historische Romane Bestseller werden, bei denen die Integrität von Dramaturgie und Historie nicht so ganz stimmig ist. Aber was mich betrifft, werde ich meinen diesbezüglichen Standard nicht senken. Natürlich kann es vorkommen, dass der Ablauf geschichtlicher Ereignisse nicht ganz zur Dramaturgie passt. Meistens ist das der Fall, wenn die historischen Geschehnisse zu komplex sind oder zu langsam ablaufen. In solchen Fällen gestatte ich mir, die Dramaturgie über die historische Detailgenauigkeit zu stellen; und erkläre die Abweichungen dann im Nachwort. Bei der Konzeption meiner Geschichten versuche ich solche Konflikte aber schon von Haus zu vermeiden.“
„Der Weg zum Sachtext ist aber dennoch nicht weit, oder?“
Dübell blieb stehen und drehte sich zu mir um. „Sagen wir mal so – aus dem, was man bei den Recherchen herausgefunden hat, lassen sich jederzeit schöne, faktenreiche Sachtexte ableiten. Ich recherchiere ja nicht nur im Internet oder in Büchereien, sondern spreche&nbsp; vor Ort mit Historikern und Archivaren, besuche alle wichtigen Handlungsorte meiner Romane und mache auch ganz praktische hands-on-Recherche – historische Kochrezepte, die ich nachkoche, oder die Anfertigung historischer Gewänder, das Schwertkampftraining usw… Da kommt dann schon eine große Menge Fachwissen zusammen. Ab und zu habe ich die Möglichkeit genutzt, dieses Fachwissen in historischen Artikeln bei PM History auszubreiten, was immer jede Menge Spaß gemacht hat, besonders weil ich den ironischen Unterton, den ich in meinen Romanen anwende, auch in den Artikel beibehalten durfte.“
Geschichtliche Sachtexte für ein hochwertiges populärwissenschaftliches Magazin – ja, ich konnte mir gut vorstellen, dass das diesem Herrn lag.

Ich legte meinen Kopf schief und lauschte dem speziellen Wispern der Bücher, das nur ich hören konnte. Meine Freunde flüsterten mir etwas ungeduldig zu. Ich verstand den Namen nicht auf Anhieb. Doch dann entfuhr es mir beinahe entsetzt: „Perry Rhodan!“
Herr Dübell verstand meinen Ausruf als Frage und antwortete geflissentlich: „Ohne Perry Rhodan würde ich nicht hier stehen – oder den schönsten Beruf der Welt ausüben dürfen. Perry Rhodan hat mich zum Schreiben gebracht. Ich habe als Teenager und großer Perry-Rhodan-Fan zweimal bei Kurzgeschichtenwettbewerben des Pabel-Verlags mitgemacht und beide Male den ersten Preis gewonnen. Das hat mich motiviert, mich weiter mit dem Geschichtenerzählen zu befassen, und auch in Kontakt mit vielen anderen Fans gebracht, die gleichermaßen vom Schreiben begeistert waren.
Andreas Eschbach stammt aus dem Perry-Rhodan-Milieu; mit dem heutigen Chefredakteur von Perry Rhodan, Klaus N. Frick, habe ich damals auf Fan-Treffen ganze Nächte durchdiskutiert. Ich hege keine Scheu vor Groschenheften. Mir kommt es darauf an, dass eine Geschichte integer und gut erzählt ist. Solche Perlen lassen sich auch in Groschenheften finden; genauso wie sich nachlässig und schlampig hingeworfene Stories zwischen teuren Buchdeckeln finden. Ich habe es als große Ehre empfunden, 2012 als Gastautor zu einem Perry-Rhodan-Roman eingeladen worden zu sein. Der Band Nr. 2659 ist daraus entstanden. Er nimmt einen sehr stolzen Platz in meinem Buchregal ein. Derzeit bin ich in Gesprächen mit der Redaktion, einen weiteren Gastroman zu übernehmen.
Man könnte jetzt natürlich einwenden, dass zwischen Science Fiction und History schon ein extrem weiter Spagat nötig ist. Aber die Unterschiede sind gar noch so gewaltig. Beide Romangattungen spielen in Epochen und an Orten, die uns heutigen Lesern möglicherweise total fremd sind, die auf irgendeine Weise erklärt werden und in denen besonders lebensnahe Charaktere auftreten müssen, damit man als Leser über die Fremdartigkeit des Settings hinwegkommt.“

„Sie scheinen mir ein literarischer Tausendsassa zu sei“, sagte ich anerkennend. „Mittelalter in Kombination mit Futurismus. Und in der Gegenwart sind Sie bestimmt auch sehr aktiv. Ich könnte mir vorstellen, dass Sie … wie soll ich sagen? … eine ziemliche Rampensau sein können.“
Die Auswahl meiner Worte schien meinen Gast nicht zu stören. Er redete gerne. „Es macht mir Spaß, mit Menschen in Kontakt treten zu können – und Geschichten zu erzählen. Ich liebe es, soviele Sinne wie möglich anzusprechen, nicht zuletzt, weil auch bei mir, wenn ich Geschichten oder Veranstaltungskonzepte erfinde, alle Sinne am Arbeiten sind. Dieses schöne Erlebnis möchte ich meinen Lesern/Gästen auch bieten. Meine Lesungen sind daher multimediale Auftritte, in denen ich meine Texte auf der Bühne mehr spiele als lese und den Vortrag mit Video-, Musik- und Geräuscheffekten unterstütze. In meiner Heimatstadt Landshut biete ich seit über zehn Jahren eine sehr erfolgreiche Erlebnisstadtführung mit kostümierten Schauspielern und der Einbeziehung der Teilnehmer an. Ein mittelalterliches Krimibankett, an das ich mich vor ein paar Jahren gewagt habe und das für 4 Aufführungen konzipiert war, wird kommenden März seine 25. Vorstellung erleben, und wir sind immer noch innerhalb weniger Tage ausverkauft, wenn wir die neuen Termine bekanntgeben. Schön ist es natürlich auch, wenn das Fernsehen sich für einen interessiert; nicht nur, um einen Bericht über einen zu bringen, sondern um eine Zusammenarbeit zu finden. Eine Reihe über außergewöhnliche historische Ereignisse, die ich im Auftrag von Pro7 konzipiert habe, wurde leider in letzter Minute doch nicht produziert; aber dafür habe ich einen Beitrag über Mittelaltermedizin für Welt der Wunder geschrieben und arbeite an einem weiteren über Wikinger. Und auch wenn Steven Spielberg noch immer nach meiner Telefonnummer sucht, tut sich was beim Thema Verfilmung. Das Bayerische Fernsehen verhandelt zur Zeit mit einer deutsch-österreichischen Produktionsfirma über die Verfilmung des ‚Tuchhändlers‘. Auf internationaler europäischer Ebene führe ich Gespräche über die mögliche Verfilmung weiterer historischer Romane.
Ich tue derzeit außerdem etwas, was mich mit großer Freude erfüllt – ich gebe in mehreren Klassen am hiesigen Gymnasium Aushilfsunterricht in Kunst. Ich habe bereits in der Vergangenheit ‚Schreiben‘ als Wahlfach angeboten, aber jetzt bin ich als Seiteneinsteiger in den richtigen Lehrbetrieb integriert, um eine in Mutterschutz gegangene Lehrerin zu vertreten. Jeder hat ja so seine Erinnerung an die Schule, als man selbst noch Schüler war. Jetzt die Chance zu bekommen, all das richtig zu machen, was man damals als falsch gemacht empfunden hat, ist ein großes Geschenk.“

„Irgendwie machen Sie alles“, stellte ich erstaunt fest.
„Nein“, sagte mein Gast. Dabei lächelte er vielsagend. „Wirklich nicht. Um Gotteswillen. Aber wenn ich was finde, was ich kann …“ Er schaute nun demonstrativ auf seine Armbanduhr. „Und deshalb muss ich jetzt sausen.“ Dübell hatte schon die Tür erreicht, als er sich nochmals zu mir umdrehte. „Vielen Dank fürs Zuhören!“
Ein eiliger Besuch. Aber sehr informativ. Ich schaute auch meine Uhr. Ja. Gleich 1900 Uhr. Um 19.00 Uhr würde für Beatrice das Krimidinner anfangen … Ich war mir gerade ziemlich sicher, wer dort der Hauptakteur sein mochte.